Röntgen-Bild-Beitrag-keine-Diagnose

Krankheit ohne Diagnose – ein weit verbreitetes Phänomen

Psychosomatische Krankheiten entziehen sich den normalen Diagnosen und Behandlungsmethoden, weil sie seelische Ursachen haben. 

Dadurch gibt es viele Menschen, die sich sehr krank fühlen aber keine eindeutige Diagnose und dadurch auch keine effektive Behandlung bekommen.

Durch die moderne Forschung aus dem Bereich Psychosomatik, der sogenannten Psychoneuroimmunologie (kurz: PNI), wissen wir inzwischen, wie und wodurch psychosomatische Krankheiten entstehen. Die Hauptursachen sind in der Regel verschiedene Formen von Dauerstress, die durch innere Konflikte und Anforderungen durch die Umwelt entstehen.

Man hat herausgefunden, dass der Körper sowohl auf inneren wie auf äußeren Stress mit der gleichen biochemischen Kaskade reagiert.

Er macht dabei keinen Unterschied zwischen seelischen und körperlichen Problemen, sei es schmerzlicher Kummer oder ein Autounfall. Das bedeutet konkret: Wir haben viel öfter Stress, als wir es bewusst wahrnehmen!

Bei der Stressreaktion steigen Blutdruck und Herzfrequenz an, die Verdauung wird heruntergefahren und wir spannen bzw. verspannen ganz unwillkürlich unsere Muskeln, um bereit zu sein für Kampf oder Flucht. So verläuft unser ganz archaischer physiologischer Überlebensmechanismus, der durch jedwede Art von Stress im Körper ausgelöst wird.

Wer viel Stress hat, bekommt auf Dauer körperliche Beschwerden wie chronische Verspannungen und Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder Verdauungsprobleme, um nur einige zu nennen. Wir bekommen gewissermaßen das Gefühl, Körper und Geist werden immer enger.

Dauerstress entsteht, wenn wir unsere eigentlichen Bedürfnisse nicht äußern (können) oder trotz Unzufriedenheit in bestimmten Situationen oder Beziehungen verweilen. Wenn wir ein Problem nicht selbst lösen können, wie beispielsweise die Trennung der Eltern, und darin verharren müssen. Seelischer Dauerstress entsteht auch durch die Pflege eines schwerkranken geliebten Menschen, die Doppelbelastung bei Alleinerziehenden oder den Verlust des Arbeitsplatzes.

Diese und andere seelischen Nöte können zur Ausganglage für psychosomatische Beschwerden werden. Neben Magen- und Darm-Beschwerden oder Bluthochdruck, lösen auch die chronischen Verspannungen alle Arten von Schmerzen aus. Von Knieschmerzen über Rückenschmerzen und Zähneknirschen bis zum Schulter-Nackensyndrom und Kopfschmerzen reicht das Spektrum an Krankheiten, die durch Dauerstress entstehen können. Ein weiteres großes Thema unserer Zeit sind Autoimmunkrankheiten, wie Hashimoto oder Colitis Ulcerosa, die nachweislich durch dieses entgleiste Immunsystem bei permanenter Angespanntheit entstehen. Bei Autoimmunkrankheiten, greift das überdrehte Immunsystem den eigenen Körper an und zerstört z.B. bei Hashimoto nach und nach die Schilddrüse.

Was können wir nun tun, um unseren Körper wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen?

Das wichtigste ist im ersten Schritt eine schonungslose und gründliche Bestandsaufnahme.

Frag dich selbst mal ganz ehrlich:

  • Über welche Grenzen gehst du regelmäßig hinweg?
  • Welche Überzeugungen treiben dich voran?
  • Hast du oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein?
  • Wie gehst du mit dir und deinem Körper um?
  • Trinkst du, wenn du durstig bist?
  • Machst du Pausen, wenn du müde wirst?
  • Isst du, wenn du Hunger hast?

An diesen ganz einfachen Fragen und deinen Antworten, kannst du schon ganz viel über dich selbst erkennen.

Als nächstes frage dich selbst, wie und wo du sofort ein bis zwei kleine Änderungen vornehmen kannst, um deinem Körper mehr Ruhe

Wir brauchen eine neue Definition von Ruhe 

In unserem ganzen gesellschaftlichen Perfektionismus und Optimierungswahn ist, das Wissen um die innere gesunde Gegenpendelbewegung von Erholung, Reinigung, Verdauung und Entgiftung vollkommen verloren gegangen.

Diese überlebenswichtigen Vorgänge finden aber hauptsächlich in der Ruhe statt. Egal ob es sich um seelische oder körperliche Verdauung handelt. Körper, Seele und Geist brauchen Ruhe um auszusortieren, zu verdauen und die Batterien wieder aufzuladen.

Es gibt vieles, was du selber verbessern kannst. Das erste ist wirklich wieder bewusst auf deine inneren Rhythmen von Hunger, Durst und Schlaf zu achten. Darüber hinaus ist es sehr effektiv und wirkungsvoll, dir zum Beispiel ganz bewusst Pausen zu gönnen oder neben Sport, Yoga und Singen auch Phasen von echter körperlicher Ruhe und Erholung einzubauen.

Wenn aber dein inneres Gleichgewicht schon zu sehr aus der Balance geraten ist, ist es sinnvoll, dir Unterstützung zu suchen. Je eher desto schneller kannst du dich wieder ins Lot bringen.

In der Körperorientierten Psychotherapie, haben wir durch die Kombination von Gesprächen und Körperarbeit die Möglichkeit auf allen Ebenen Stress und die Ursachen dafür zu verstehen und abzubauen. Wir entwickeln gemeinsam ein tiefes Verständnis, für deine Beschwerden und ihre seelische Funktion. Achtsam und respektvoll, können wir durch die Körperarbeit deinen Körper einladen sich nach und nach tief zu entspannen und den alten Stress loszulassen.