Blume und Logo von Anette Dröge
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Kopfschmerzen

 

Eine Patientin von mir ist mit soviel Leistungsorientiertheit und Drill aufgewachsen, dass sie ihr eigenen Bedürfnisse gar nicht spüren konnte.
Sie war aber sehr gut darin, es allen anderen recht zu machen, sich aufzuopfern für andere und dann abends noch als vorbildliche Hausfrau und Mutter zu funktionieren. Ihr Mann konnte wirklich stolz auf sie sein - was er aber nicht war! Er sah, wie sie sich aufopferte und versuchte sie immer wieder zu überreden weniger zu machen. Was sie aber einfach nicht hinbekam. 

Wenn abends nach der Arbeit noch Gäste kamen, kochte sie schnell fünf(!) verschiedene Gerichte. Obwohl ihr Mann schon jedes Mal versuchte, sie zu bremsen 

war die innere Antreiberin einfach zu stark. Ihm fehlten aber auch gemeinsame Stunden für Ruhe, Nähe und Wärme - was er immer mal wieder ansprach oder versuchte „einzufädeln". Meine Klientin wusste zunächst eigentlich gar nicht so genau was er meinte. 

Was sie selber nicht spüren konnte, konnte sie auch im Alltag in ihrer Beziehung nicht geben. Glücklicherweise wurde sie darüber so krank, dass sie entschied, sich Hilfe zu holen. 

Geborgenheit entstand erst dann, wenn alles perfekt war. 

Als wir anfingen das Symptom zu untersuchen, machte sie eine erstaunliche Entdeckung - ihr saß die Mutter im Nacken. Ihre Mutter hatte an sich und ihre Töchter höchste Ansprüche gestellt. Dabei konnte sie selber wenig Herzlichkeit und Geborgenheit vermitteln. 

Wenn alles sauber, alles ordentlich war. Geborgenheit entstand erst dann, wenn alles perfekt war. Meine Patientin arbeitete deshalb „bis zum Umfallen". Was sie durch das innere Strammstehen verhindern wollte. Ihre Muskeln waren zum Bersten gespannt. Dieses Muster aufzudecken und aufzulösen war sehr heikel für meine Patientin. Fast wäre unsere Arbeitsbeziehung daran zerbrochen. Denn es war ihr alles zur „zweiten Natur" geworden und solche tief sitzenden Werte zu verändern stellt ja auch den Rest in Frage. War die Mutter eigentlich liebevoll gewesen? Als meine Patientin sich mehr und mehr auf ihre eigenen Gefühle einlassen konnte wurde zunächst auch die Härte und Kühle, in der sie zu Hause groß geworden, war spürbar. 

Eine wichtige Erkenntnis gewannen wir beide, als ich ihr im Sitzen von hinten starken Druck auf die Schultern gab - sie fand es schön! Je mehr Druck desto besser - sie hatte gar keinen Impuls sich zu wehren oder den Druck abzuschütteln. Es war ihr so vertraut, dass sie es als normal und vertraut empfand. Es vermittelte ihr eher Halt und Sicherheit. Durch den starken Druck von außen konnte sich der innere Druck lösen und die Muskulatur entspannte sich. 

Auf diese Weise arbeiteten wir einige Stunden mit dem Druck. Und sie bemerkte im Alltag, dass sie plötzlich ganz von selbst anders reagierte. Sie konnte sich gegen eine aufdringliche Kollegin abgrenzen ohne dass es ihr hinterher leid tat und sie sich wie sonst mit einem selbstgebackenen Kuchen entschuldigen musste. 

Trauer und Wut tauchten auf - endlich - meine Patientin wurde lebendiger und „eigen- sinniger". Die Nacken- und Schultermuskulatur konnte sich zusehends entspannen und musste die ganzen ungefühlten Gefühle nicht länger festhalten bzw. kontrollieren. Sie drückte ihre Wut im sicheren Raum der Praxis aus. Danach kam Trauer hoch und tief empfundene Einsamkeit. Gleichzeitig wurde der innere Druck geringer. Sie konnte besser entspannen, Sachen einfach liegen lassen und ein ganz großer Schritt war es, die anderen um Hilfe zu bitten, wenn sie nicht weiter kam. 

 

>> Zum kompletten Artikel über Kopfschmerzen aus psychosomatischer Sicht

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